Ist eine chronische Funktions- und Verteilungsstörung des unter der Haut liegenden Fettgewebes an den Extremitäten, bevorzugt den Beinen. Diese betrifft fast ausschließlich Frauen.
- Die Verteilungsstörung zeigt sich an dem Missverhältnis Stammfett zu Extremitätenfett. Der Stamm ist unverhältnismäßig schmal. Man nennt die Form der Fettverteilung Reithose, wenn die Fettvermehrung bis zu den Knien reicht und Pumphose, wenn sie bis zu den Knöchel reicht. Die Füße ( Hände) sind beim reinen Lipödem immer frei und wirken dadurch sehr zierlich.
- Die Funktionsstörung besteht in einer erhöhten Gefäßdurchlässigkeit und Gefäßbrüchigkeit. Dadurch entstehen im Tagesverlauf stärkere Ödeme sowie Blutergüsse durch kleinste Verletzungen. Die Entstehung der starken Berührungs- und Schmerzempfindlichkeit im Ödemgebiet ist noch nicht restlos geklärt, hängt aber auch mit dem Ödem zusammen, denn eine Entödematisierung verringert den Schmerz deutlich.
Wenn ein Lipödem über Jahre besteht, kann sich durch das bestehende Ödem eine Überlastung und letztendlich Schädigung des Lymphgefäßsystems entwickeln. Jetzt ist aus dem Lipödem ein Lip-Lymphödem geworden. Klinisch wird das ehemals eher extrem weiche Gewebe jetzt zunehmend hart und es können jetzt zusätzlich alle Komplikationen eines Lymphödems auftreten.(siehe Lymphödem)
Therapie:
Grundsätzlich ist die Therapie des Lipödems konservativ. Konsequente Lymphdrainage nach Dr. Vodder,
Hautpflege (Celuvase) und das Tragen von Kompressionsstrümpfen halten den Zustand stabil.
Eine Diät kann leider das bestehende Erscheinungsbild nicht wesentlich beeinflussen, auch
wenn es sich hier um Fettzellen handelt. Wenn ein Mensch zu viele Kalorien zu sich nimmt,
lagert er gleichmäßig am Körper das überschüssige Fett an und wenn er abnimmt, dann auch überall.
Bei einer Fettverteilungsstörung werden ca. 80% der überschüssigen Kalorien im betroffenen Gebiet
gespeichert, beim abnehmen hingegen werden 80 % im nicht betroffenen Gebiet abgenommen. Dadurch
wird häufig diese Unproportionalität noch verstärkt. Das bedeutet, ein einmal angelegtes
überschüssiges Fettdepot ist in der Regel durch eine Diät nicht zu beeinflussen.
Ist der Leidensdruck zu hoch, kann auch eine vom F a c h a r z t
durchgeführte Fettabsaugung (meist in mehreren Operationen)
kosmetischen Erfolg bringen.
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Abschliessend möchte ich nochmals Herrn Prof. Weissleder zitieren, der in seinem Buch meint: “... Lipödem bedeutet nicht Übergewicht! Aber: Lipödem und Übergewicht führen zum Lymphödem!“