Ursächlich für die Entstehung eines Phlebo-Lymphödems. ist eine langfristige Überlastung des Lymphgefäßsystems.
Das Lymphgefäßsystem muss die vermehrt anfallende Gewebeflüssigkeit bei venöser Schwäche abtransportieren.
Übersteigt die Transportkapazität der Lymphgefäße, dann entsteht zusätzlich zu dem Phlebödem ein Lymphödem = Phlebo- Lymphödem.
Ursachen einer Venenschwäche können sein:
- Anlagebedingte Varizen (Krampfadern) oder ein
- Zustand nach Thrombosen (sogenanntes postthrombotisches Syndrom),
Venen dienen dem Bluttransport zum Herzen, sie müssen also das Blut den Berg hinauf befördern. Damit der Druck in den Venen nicht so groß wird, haben die Venen besonders im Beinbereich alle 0,5 – 1 cm ein Klappe, die das Rückfließen des Blutes verhindert. Bei bestehenden Krampfadern schließen die Klappen nicht richtig, was zu einer starken Druckerhöhung in den Blutgefäßen führt, welche am weitesten von Herzen entfernt sind, also in den unteren Beinen.
Durch den erhöhten Druck wird mehr Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins Gewebe gedrückt (gefiltert). Diesen Überschuss an Gewebeflüssigkeit nennt der Mediziner Ödem. Das Lymphgefäßsystem ist ein zusätzliches Drainagesystem des Gewebes, welches in der Lage ist, neben der Flüssigkeit auch Abfallprodukte aus dem Gewebe zu entfernen. Ein reiner Überschuss an Gewebeflüssigkeit kann, wenn die Beine hochgelagert werden vom Körper wieder in die Gefäße aufgenommen werden, d.h. die Beine sind nach dem Aufstehen am morgen normalerweise wieder dünn.
Bleiben zusätzlich viele Abfallstoffe im Gewebe zurück, dann reicht meistens das Hochlagern alleine nicht mehr aus und die Beine sind auch am morgen noch verdickt. Das Gewebe verhärtet sich, aus dem Phlebödem ist ein Phleb-Lymphödem entstanden.
Therapie:
Bei durch Krampfadern verursachten Beschwerden (schwere Beine, Kribbeln, Krämpfe) und / oder Ödemen ist
die Kompressionsbestrumpfung die Therapie der Wahl. Meistens sind Kompressionsstrümpfe bis zum Knie
ausreichend. Damit die Strümpfe ihre Wirkung erfüllen können, müssen sie konsequent immer getragen werden,
besonders bei Wärme.
Da die meisten Betroffene gerade dann die Strümpfe nicht tragen, sollten besonders bei jüngeren die krankhaft veränderten Venen operativ entfernt werden, um Folgeschäden zu verhindern.
Liegt ein Phlebo-Lymphödem vor, so ist die komplexe physikalische Entstauungstherapie (Manuelle Lymphdrainage nach Dr. Vodder, Bandagierung, Bewegungstherapie und Ernährung sowie Hautpflege) die Therapie der Wahl.